Donnerstag, 27. August 2009

Kommentar

Wir lesen anders!
Generationsspezifische Rezeption

Wenn der Rundfunk als Sargnagel der Printmedien galt, so muss das Internet der Hammer sein, der ihn reinschlägt. Sind Bücher, Zeitungen und Zeitschriften Relikte einer längst vergangenen Epoche? Welch Glück, dass wir lesen und schreiben können. Welch Pech, dass wir dieses Können nicht anzuwenden brauchen. Werden wir zu einer Generation der Analphabeten?
Nein. Es stimmt, das Internet hat unsere Lesegewohnheiten verändert. Der Klick auf Wikipedia ist uns näher, als der Griff zum Brockhaus. Doch ist das Internet nichts anderes, als eine riesengroße globale Bibliothek. Tatsächlich könnte man auf klassische Printmedien verzichten. Jede große, und fast jede kleine Tageszeitung, besitzt Internetauftritte, jedes Nachrichtenmagazin ist im Internet präsent und viele Bücher sind über das Internet als E-Books erhältlich. Doch bleibt der Weg zur Rezeption der Gleiche, ob auf Papier gedruckt oder als Datenpakete ins Web getippt – lesen ist der Weg zum Verständnis.
Das Internet bietet die Möglichkeit gezielter nach Medieninhalten zu suchen, auch nach Printmedien. Es mag also sein, dass wir in unserer Auswahl strenger geworden sind, weil wir nur noch das rezipieren was uns wirklich interessiert, weil wir unabhängiger werden von Tageszeitungen und Magazinen – und ihren politischen Tenor. Der Leser muss streng auswählen bei einer Vielzahl von globalen Printmedien. Hoffentlich trifft er immer die richtige Wahl.

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